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Als Tempel der gehobenen Küche birgt die französische Hauptstadt nicht weniger als 97 Sternerestaurants!
Wenn Sie Lust haben, die Sternegastronomie auf andere Weise kennenzulernen, so ist das durchaus möglich. Zahlreiche vom Michelin-Führer ausgezeichnete Küchenchefs walten ebenso in nicht sternengekrönten Restaurantküchen ihres Amtes: Bistros, Steakhäuser, Brasserien, regionale Restaurants... für jeden Geschmack und jeden Stil ist etwas dabei. Dort gibt es keine weiße Tischdecke, behandschuhte Kellner oder Silberbesteck, der Service ist etwas entspannter und der Standard nicht so gehoben. Hier eine kleine feine Auswahl einiger angesagter Adressen aus den schrägsten der Hauptstadt.
Wenn Sie Appetit auf Lyon haben, gehen Sie ins Aux Lyonnais, wo Sie typische regionale Spezialitäten finden, die mit Talent und Fantasie überarbeitet wurden. Auf der Speisekarte stehen Klöße aus Lyon mit Nantua-Sauce und Lammkeule im Ofen, aber auch „Fraises Melba“ und andere Lyoner Wurstwaren.
Ganz in der Nähe der Kathedrale Notre-Dame ist das Atelier Maître Albert ein zeitgenössisches Grillhaus, entworfen vom Architekten Jean-Michel Wilmotte. Zu den Kultgerichten, die von Guy Savoy ausgewählt wurden (sein gleichnamiges Restaurant hat drei Michelin-Sterne) zählt das gebratene Bauernhähnchen am Spieß mit Kartoffelbrei.
Dank Éric Fréchon, dreifach sternegekröntem Küchenchef, hält die Feinkost Einzug... in den Bahnhof Gare Saint-Lazare. . Seit 2013 bietet das Lazare eine familiäre und authentische Brasserieküche mit Frikassee, Croque-monsieur oder Ile flottante… Den Paris-Deauville sollten Sie sich nicht entgehen lassen, ein extra vom Chef kreiertes Dessert aus der Normandie, dessen Name mit einem Augenzwinkern auf die Züge verweist, die den Bahnhof Saint-Lazare täglich in Richtung Côte Fleurie verlassen.
Yannick Alléno, drei Sterne im Pavillon Ledoyen, ist auch in weiteren zahlreichen zugehörigen Restaurants tätig, darunter das Le Terroir Parisien, das im ersten Halbjahr von 2018 wieder öffnen soll. Vom Senf aus Meaux über die grünen Linsen von Brie bis zu den Kräutern aus Viroflai lässt die Küche von Yannick Alléno vergessene Spezialitäten und Gemüsesorten des Pariser Beckens neu aufleben.
© Jérôme Galland
Manchmal ist die Gastronomie auch eine Familiengeschichte. Mathieu Pacaud steht mit seinem Vater Bernard an der Spitze des Ambroisie und hat auch seinen eigenen Laden, das Hexagone im XVI. Arrondissement (mit einem Michelin-Stern). In einer sehr graphischen und modernen Einrichtung entdeckt man eine Karte, die dem Erbe der französischen Küche mit einem Touch Modernität Ehre erweist.
© Yann Deret
Ebenso sternegekrönt hat Christian Constant, der Orchesterchef des Violon d‘Ingres verschiedene Läden in Paris eröffnet. Die Bistro-Kultur pflegt er an zwei Adressen: Les Cocottes, die die Musts der traditionellen Küche in gusseisernen Töpfchen bieten: junges Gemüse, Täubchen und mehr. Das Stargericht der Karte ist der einzig wahre Cesar Ritz Salat.
Hélène Darroze hat im Erdgeschoss ihres Sternerestaurants den Salon d’Hélène eingerichtet, wo man ganz entspannt schicke Häppchen nach Tapas Art sowie eine Auswahl der bezeichnendsten Gerichte im Mini-Format bei Lounge-Musik verspeist.
Cyril Lignac hinaus bietet mehrere Restaurants, die Bistro-Spezialitäten servieren, die bisweilen modern verfeinert wurden: Das Chardenoux, das in einem denkmalgeschützten Gebäude eingerichtet ist sowie in der Rive Gauche das Aux Prés.
Kümmert sich der sehr medienwirksame Thierry Marx ebenso um die Karte des Camelia, das eine französische und asiatisch gefärbte Küche bietet. Hier findet man das Angebot „Daily Marx“, das die Rezepte aus dem gleichnamigen Buch aufgreift. Kleiner Luxus-Zusatz: Alle aromatischen Kräuter stammen aus dem Gemüsegarten des Mandarin Oriental.
Michel Rostang, am Steuer des gleichnamigen Restaurants, das mit zwei Sternen ausgezeichnet ist, verfügt gleich über mehrere Adressen in Paris. Darunter das Dessirier, ein Seafood-Bistro, das als wahre Institution gilt, und die ihm angeschlossene Oyster Bar mit der Happy Oyster, eine Art vollkommen ungewöhnlicher Happy Hour für Austern.
© François Flohic
David Toutain, ein Genie am Herd und hochbegabter Küchenchefaus dem Agapé lebt mit dem Identi-T ein kulinarisches Experiment aus, in dem es einen Stammtisch gibt, der Freundesgruppen vorbehalten ist. Der Küchenchef hat freie Fahrt für die Kreation neuer Aromen und das Erfinden unbekannter Texturen.
Ze Kitchen Galerie, das Restaurant von William Ledeuil mit einem Michelin-Stern, hat eine zwei kleine Schwestern: Kitchen Galerie Bis (KGB) und Kitchen Ter(re). Auf der Speisekarte des letzteren erinnern Rezepte an Mutter Erde, in der die Nudeln noch aus alten und schmackhaften Weizensorten hausgemacht werden.
Küchenchef Akrame Benallal, das junge Wunderkind der französischen Küche, wurde mit seinem gleichnamigen Restaurant Akrame bereits zweimal mit einem Stern ausgezeichnet und hat zwei Nebenstellen eröffnet.