LGBT-Kunst findet an vielen Orten in Paris Beachtung, sei es in Museen, Kunstgalerien oder Kinos, doch einige kulturelle Einrichtungen widmen ihr einen wesentlichen Teil ihres Programms. Mit mehr als 250 LGBT+-freundlichen Adressen und Geschäften etabliert sich die Hauptstadt als bevorzugter Ort des Ausdrucks, an dem die Queer-Kultur durch vielseitige und innovative Veranstaltungen zur Entfaltung kommt. Ob Sie nun einen Verein, eine Fachbuchhandlung oder eine engagierte Galerie suchen – entdecken Sie jeden LGBT-Ort in Paris, den Sie unbedingt besuchen sollten.
Das LGBT-Zentrum Paris-Île-de-France ist seit über 30 Jahren eine echte Stütze der Pariser LGBTQI+-Community und ein unverzichtbarer Ort der Aufnahme, Unterstützung und Information. Im Herzen des 3. Arrondissements gelegen, vereint dieser Ort mehr als 100 Vereine und empfängt jedes Jahr Tausende von Besuchern.
Die Mitarbeiter an der Rezeption leiten die Besucher zu Ressourcen weiter, die auf ihre jeweilige Lebenssituation zugeschnitten sind. Die Bibliothek Jean-Le-Bitoux im ersten Stock verfügt über einen Referenzbestand mit fast 10.000 Dokumenten zu LGBTQI+-Themen, die ausgeliehen oder vor Ort eingesehen werden können.
Das Zentrum veranstaltet regelmäßig Ausstellungen von Künstlerinnen, deren Arbeit sich mit queeren Identitäten auseinandersetzt. Sein Jahresprogramm umfasst Filmvorführungen, Workshops, Literaturtreffen und Diskussionsrunden sowie eine aktive Teilnahme am Printemps des Assoces und am Pride-Marsch.
Praktische Informationen:
Eingebettet zwischen der Bastille, République und dem Hôtel de Ville gelegen, hat sich das Marais seit den 1980er Jahren als das symbolträchtige Viertel der Community etabliert. Dort findet man eine einzigartige Konzentration an Geschäften, Vereinen und engagierten Adressen. Weitere wichtige Bereiche wie Châtelet mit dem Banana Café oder das 11. Arrondissement bereichern dieses Ökosystem.
Als Orte des Wissens, des Austauschs und des Engagements sind diese Fachbuchhandlungen wichtige kulturelle Anlaufstellen.
Les Mots à la Bouche, eine echte Institution, die 1980 gegründet wurde, ist die älteste LGBT-Buchhandlung in Paris. Mittlerweile als Genossenschaft in der 37 rue Saint-Ambroise (11. Arrondissement) ansässig, bietet sie ein sorgfältig ausgewähltes Sortiment: Romane, Essays, lesbische und trans-bezogene Comics, Kunstzeitschriften und Filme in Originalfassung, ergänzt durch Signierstunden und Ausstellungen.
Seit 1996 in der 122 rue du Chemin Vert (11. Arrondissement) ansässig, ist La Musardine die erste Adresse für erotische Literatur und literarische Kuriositäten. Die Buchhandlung, die zugleich als Verlag fungiert, widmet einen großen Teil ihres Sortiments queeren Themen und inklusiven Sexualitäten.
| Buchhandlung | Spezialgebiet | Adresse | Metro |
|---|---|---|---|
| Les Mots à la Bouche | LGBT- und Queer-Literatur | 37 rue Saint-Ambroise (11. Arrondissement) | Saint-Ambroise |
| La Musardine | Erotik und Gender Studies | 122 rue du Chemin Vert (11. Arrondissement) | Père Lachaise |
| Violette and Co | Feminismus und lesbische Literatur | 52 Rue Jean-Pierre Timbaud (11. Arrondissement) | Parmentier |
| Le Monte-en-l'air | Grafikdesign, Comics und LGBT-Abteilung | 2 Rue de la Mare (20. Arrondissement) | Ménilmontant |
Die Pariser Filmszene räumt dem Independent-Kino und der Darstellung von Minderheiten in Bezug auf Geschlecht und Sexualität einen besonderen Stellenwert ein.
Das 1994 ins Leben gerufene internationale Festival Chéries-Chéris findet jedes Jahr im November in den MK2-Kinos (Beaubourg , Bibliothèque, Quai de Seine) statt. Es ist das unverzichtbare Highlight des LGBTQIA+-Kinos und bietet mehr als 150 Spielfilme, Dokumentarfilme und Kurzfilme im Wettbewerb.
Queere Kunst wird sowohl in großen Institutionen als auch in speziellen alternativen Orten ausgestellt.
Auch wenn das Marais mit seinen legendären Bars rund um die Rue Sainte-Croix de la Bretonnerie nach wie vor das historische Viertel ist, erstreckt sich die Schwulenszene mittlerweile bis in das 10. und 11. Arrondissement (insbesondere rund um die Bastille, die Rue Keller und den Canal Saint-Martin) und bietet dort alternative und kreative Adressen.