Spaziergang durch das Dorf Charonne

Gepflasterte Straßen, mittelalterliche Kirche, geheime Gärten und Gemüsegärten - Charonne birgt viele Schätze.

Machen Sie einen Spaziergang auf den Spuren des alten Dorfes Charonne, das 1860 an Paris angegliedert wurde. Ideal an der Südseite des Hügels von Belleville gelegen und von mehreren Quellen bewässert, war das Dorf einst mit Weinreben überzogen! Dieser Rundgang führt Sie auf beide Seiten der Rue de Bagnolet, dem eigentlichen Rückgrat dieses Viertels des 20. Arrondissements. Hier lassen sich Hinweise auf die Existenz einer nicht allzu fernen Vergangenheit sammeln, während man durch die gepflasterten Gassen schlendert oder die Tore kleiner, wenig bekannter Parks und Gärten aufstößt. Am Ende der Wanderung werden Sie für Ihre Mühen durch die Entdeckung von der Campagne à Paris belohnt.

Wenn Sie aus der Metrostation Philippe Auguste treten, nehmen Sie die Rue Pierre Bayle. Biegen Sie dann rechts in die Rue du Repos (Straße der Ruhe) ein, die treffend benannte Straße, die entlang der Mauer des Friedhofs Père Lachaise verläuft.

1 / Der Tampographe Sardon

Hier finden Sie das Schaufenster eines einzigartigen Ladens: Der Tampographe Sardon ist ein Galerie-Atelier, in dem Stempel aller Art entworfen und von Hand hergestellt werden. Sie übermitteln Botschaften mit ätzendem Humor, poetischen Illustrationen oder eleganten grafischen Formen, die Jung und Alt gleichermaßen begeistern.

Le Tampographe Sardon - 4 rue de Repos, Paris 20e

Nun gelangen Sie auf den Boulevard de Charonne. Wenn Sie die Metrostation Alexandre Dumas erreichen, nehmen Sie die Rue de Bagnolet, die auf der linken Seite beginnt. Biegen Sie dann in die erste Fahrspur ein, die sich nach links öffnet.

2 / Der Gemeinschaftsgarten der Cité Aubry

In der Nummer 2 der Cité Aubry versteckt sich ein charmanter Gemeinschaftsgarten. Es ist eine Oase der Ruhe, eingebettet zwischen den Gebäuden, eine kleine grüne Lunge für die Familien des Viertels, die hierher kommen, um Tomaten, Gewürzpflanzen oder hübsche Sonnenblumen zu züchten. Das Besondere an diesem urbanen Gemüsegarten ist, dass die ihn umgebende Wand mit großen Malereien von Straßenkünstlern verziert ist.

Jardin Cité Aubry, 2 Cité Aubry, Paris 20e

Die Cité Aubry führt zur Villa Riberolle, einer Gasse, die sich bis zur Umfassungsmauer des Friedhofs Père Lachaise erstreckt.

3 /  Die Villa Riberolle

Diese gepflasterte Sackgasse ist gesäumt von ehemaligen Industriehallen aus dem 19. Jahrhundert, die zum Teil von Künstlern bewohnt werden. Die Stille, die Vegetation des Friedhofs über der Gasse, die wilden Gräser, die zwischen den Pflastersteinen wachsen - alles hilft hier, Sie an tausend verschiedene Orte weg aus der Stadt zu transportieren!

Villa Riberolle, Paris 20e

Gehen Sie wieder hinunter zur Rue de Bagnolet, die Sie durch Abbiegen nach links wieder aufnehmen.

4 / Le Merle Moqueur

Sie werden versucht sein, an der großen lokalen Buchhandlung Le Merle Moqueur anzuhalten. Hier macht es Spaß, in den Regalen und unter dem langen Glasdach zu stöbern, das das alte Lagerhaus heraufbeschwört, in dem es sich befindet. Diese generalistische Buchhandlung ist sehr gut bestückt. Sie werden bestimmt finden, was Sie suchen, egal ob es sich um Literatur, Kinderbücher oder Reiseführer handelt.

Le Merle Moqueur – 51 rue de Bagnolet, Paris 20e

Zeit für eine Pause: Ein Stückchen weiter, den Bürgersteig hinauf auf der anderen Straßenseite, finden Sie das Quartier Rouge. Dieses gemütliche Café-Restaurant ist der perfekte Ort, um in den gerade erworbenen Büchern zu schmökern oder einfach die Atmosphäre dieser lebendigen Straße aufzusaugen.

Quartier Rouge – 52 rue de Bagnolet, Paris 20e

Ein paar Meter weiter nehmen Sie die Rue de la Réunion auf der linken Seite, um den Jardin Naturel zu erreichen.

5 / Der Jardin Naturel

Dieser außergewöhnliche Garten, versteckt im Schatten des Père Lachaise, hat die Besonderheit, „einheimische“ Pflanzen zu beherbergen, Wildpflanzen, die einst in der Umgebung von Paris gediehen. Im Respekt für den natürlichen Entwicklungszyklus der Vegetation wird diese Grünfläche mit „biologischen“ Gartenbautechniken gepflegt. Unter einem schattigen Wäldchen aus Eichen, Ahorn und Haselnussbäumen, an dessen Fuß sich Unterholzpflanzen ausbreiten, erstreckt sich eine breite Allee, die Sie auf die andere Seite des Parks führt: Sie landen in der Rue de Lesseps, die von eleganten Backsteinhäusern mit Wintergärten und Kletterrosen gesäumt ist.

Jardin Naturel - Pierre Emmanuel - 120 rue de la Réunion, Paris 20e

Zurück in der Rue de Bagnolet machen Sie einen Umweg über die Rue des Pyrénées, die Sie links beschreiten. Der Eingang zum Square Henri-Karcher wird durch die Street-art-Malerei markiert, die seine Außenwand ziert.

6 / Der hoch liegende Square Henri Karcher

Steigen Sie den baumgesäumten und geschwungenen Weg hinauf, der nach und nach die Reize dieses Gartens an der Seite des Friedhofs Père-Lachaise offenbart. In der Vergangenheit war diese kleine Anhöhe mit Weinbergen und Windmühlen bedeckt. Oben angekommen, genießen Sie eine Pause oberhalb der Gebäude und des Verkehrs.

Square Henri Karcher – 165 rue des Pyrénées, Paris 20e

Verfolgen Sie Ihre Schritte zurück und nehmen Sie den Aufstieg in der Rue de Bagnolet wieder auf, um etwas an der Nummer 102 bis zu verweilen.

7 / Das ehemalige Flèche d‘or (goldener Pfeil) - ehemaliger Bahnhof des Petite Ceinture

Sie stehen vor dem alten Bahnhof von Charonne. Der Ort erhielt seinen Namen vom Zug Paris - Calais, dessen Strecke im September 1926 eingeweiht wurde und der täglich Paris über Calais und Dover mit London verband. In den 1990er Jahren hatte das Flèche d'or eine neue Berufung gefunden, und wurde zu einem der angesagtesten Konzertsäle in Paris. Es hatte sich einen soliden Ruf als Pionier für neue musikalische Talente aus Pop, Folk oder Rock erarbeitet. Die Konzerthalle schloss 2016 ihre Türen und der Veranstaltungsort wird bald eine neue Bestimmung haben.

La Flèche d’or – 102 bis rue de Bagnolet, Paris 20e

8 / Das Mama Shelter und die Marguerite Duras Mediathek 

Auf dem gegenüberliegenden Bürgersteig befindet sich das Mama Shelter, ein trendiges Hotel im Osten von Paris, das von Philippe Starck eingerichtet wurde. Vergessen Sie nicht, zu reservieren, wenn Sie in dem großen Raum im Erdgeschoss mit Schieferwänden brunchen oder auf der Dachterrasse einen Sommercocktail schlürfen und das Stadtpanorama genießen möchten. Das Gebäude neben dem Hotel beherbergt die Marguerite Duras-Mediathek, eine der innovativsten in Paris. Diese Stadtbibliothek verfügt über einen Ausstellungsraum, ein Auditorium und eine dem Pariser Osten gewidmete Sammlung, die sich im obersten Stockwerk befindet, wo Sie Ihr Wissen über das Gebiet vervollständigen können.

Mama Shelter – 109 rue de Bagnolet, Paris 20e

Mehr Infos über Mama Shelter

Médiathèque Marguerite Duras – 115 rue de Bagnolet, Paris 20e

Setzen Sie Ihren Weg in der Rue de Bagnolet fort.

9 / Die Kirche von Saint-Germain-de-Charonne

Bald erreichen Sie den schönen erhöhten Vorplatz der Kirche Saint-Germain-de-Charonne, deren Glockenturm aus dem 13. Jahrhundert stammt. Hier befinden Sie sich im Herzen des alten Dorfes Charonne, dessen malerischer Charme teilweise erhalten geblieben ist. Auf dem gegenüberliegenden Bürgersteig wurde die viel jüngere Kirche Saints-Cyrille-et-Méthode vom Architekten Henri Vidal entworfen (1935 begonnen, aber erst 1962 fertiggestellt).

Eglise Saint-Germain-de-Charonne – 4 place Saint-Blaise, Paris 20e

Wussten Sie dass? Die Kirche Saint-Germain-de-Charonne ist neben der Kirche Saint-Pierre de Montmartre die Einzige in Paris, die noch von ihrem ehemaligen Pfarrfriedhof gesäumt wird? In dieser Kirche drehte Georges Lautner die Schlussszene von „Mein Onkel, der Gangster“.

10 / Die Rue Saint Blaise

Schlendern Sie die Rue Saint Blaise entlang: Sie ist gesäumt von Café- und Restaurantterrassen, die zu einer Pause einladen. Der gepflasterte Straßenbelag und die farbenfrohen Anlagen unterstreichen den untypischen Charakter dieser Halb-Fußgängerzone, die von einem hübschen mittelalterlichen Glockenturm akzentuiert wird. Sie gleicht eher einer Provinzstraße als einer Pariser Arterie.

Rue Saint-Blaise, Paris 20e

Gehen Sie zurück zur Rue de Bagnolet; auf der linken Seite führt eine Treppe zu einer erhöhten Straße.

11 / Weiter Ausblick auf zwei alte Winzerhäuser in der Rue de Bagnolet

Hier stehen Sie vor dem Ogresse, einem kleinen assoziativen Theater, dessen Programm sich um mündliche Überlieferung, Musik und vor allem Puppenspiel dreht. Von diesem kleinen Aussichtspunkt aus können Sie unten in der Rue de Bagnolet zwei hübsche Zwillingshäuser erspähen, die stolz ihre Treppenaufgänge zur Schau stellen (Nr. 134 und 136). Diese Einzigartigkeit zeugt von der Entwicklung der Stadtlandschaft: Das Straßenniveau wurde einst abgesenkt, um das Gefälle zu verringern und den Verkehr zu erleichtern.

134 und 136 rue de Bagnolet, Paris 20e

12 / Der Eremitage-Pavillon und der Garten des Hospiz Debrousse

Sie erreichen schon bald den angenehmen Garten des Hospiz Debrousse (bei Nr. 148). Stolz thront dort der Hermitage-Pavillon im Stil von Ludwig XV. Das einzige Überbleibsel des riesigen Parks von Schloss Bagnolet, das der Herzogin von Orléans gehörte, verdankt seinen Namen seiner Innenausstattung mit Wandmalereien, die meditierende Eremiten darstellen.

Vous atteignez rapidement l’agréable jardin de l’Hospice Debrousse (au n°148). Le pavillon de l’Ermitage de style Louis XV y trône fièrement. Seul vestige de l’immense parc du château de Bagnolet, qui appartenait à la Duchesse d’Orléans, il doit son nom à son décor intérieur de peintures murales représentant des ermites en méditation.

Pavillon de l’Ermitage und jardin de l’Hospice Debrousse – 148 rue de Bagnolet, Paris 20e

 Mehr Infos über Pavillon de l’Ermitage

Wenn Sie aus dem Garten kommen, nehmen Sie die Rue Pelleport, die Sie zur Rue Belgrand und zum Place Edith Piaf führt.

13 / Der Place Edith Piaf

Dieser kleine Platz wurde 2003, zum 40. Todestag der Sängerin, neu gestaltet. Er ist mit einem schönen Wallace-Brunnen und einer Statue der Künstlerin von Lisbeth Delisle geschmückt. Die Terrasse der Bar am Place Edith Piaf eignet sich perfekt dazu, die schmerzenden Füße nach dieser Wanderung auszuruhen. Sie können aber noch mit einer letzten Etappe fortfahren, die einen Umweg lohnt.

Place Edith Piaf, Paris 20e

Gehen Sie wieder die Rue Emile-Pierre Casel hinauf; sie führt Sie an die Treppe zur Campagne à Paris hin.

14 / Die Campagne à Paris

So wird diese kleine Insel mit Pavillons auf einem Hügel genannt. Diese charmanten Häuser aus den 1920er Jahren kultivieren ihre Einzigartigkeit und tragen gleichzeitig zur Harmonie der Wohnsiedlung bei: Ein jedes sticht hervor und ergänzt das andere mit Gärten verschiedener Arten, eleganten Vordächern, schmiedeeisernen Toren oder bunten Fensterläden. Die Schönheit des Ortes wird durch die Ruhe, die in diesen Gassen herrscht, noch verstärkt. Kurzum, alles hier trägt dazu bei, diesem Stadtteil einen außergewöhnlichen Charakter zu verleihen.

Die Campagne à Paris - rue du Père Prosper Enfantin, rue Irénée lanc, rue Mondonville und rue Jules Siegfried, Paris 20e

 Mehr Infos über die Campagne à Paris

Nun müssen Sie nur noch zurück zur Porte de Bagnolet und zur Metro kehren.